Der böse Türke und die Propagandawaffe

Propaganda ist eine wichtige Waffe. Diktaturen bedienen sich der Propaganda und können dabei hemmungslos agieren. Doch auch Demokratien bedienen sich der Propaganda und vielleicht ist eine demokratische Grundordnung die entscheidende Ingredienz, um Propaganda als solche erst wirklich glaubhaft und schmackhaft zu machen? Denn der gemeine Geist tendiert ja zum Glauben, es sei in einer Demokratie unüblich bis unmöglich klassische Propaganda zu betreiben. Doch wie kann es dann kommen, dass manches Mal Medien, Politik und Volk nur in eine Richtung denken und empfinden können? Und dies ganz ohne Zensur und Zwang?

Die Antwort ist banal: Nennen wir dieses Phänomen „Hegemonie“ und garnieren diese Mainstreamhaltung zu den fundamentalen Themen und Problemen eines Landes mit journalistischer Feigheit, politischer Beliebigkeit und kollektiver Erfahrung & Erinnerung, die unterschwellig werkeln.

Denn damit ist auch zu erklären respektive erst tatsächlich zu verstehen, warum in diesen Tagen die Türkei und der Ministerpräsident einhellig als „Störenfriede“, „Zündler“ und „Provokateure“ dargestellt werden und dies in einer Einstimmigkeit, dass man glauben würde, man wäre in einer pluralistischen Gesellschaft schlafen gegangen und hätte sich aber in einer monotonen bis totalitären wiedergefunden.

Diese Zeilen sollen Anstoß für Reflexion und Kritik geben, doch ich will es noch an einem Beispiel konkretisieren:

Israel blockiert den Gaza Streifen. Die Menschen dort leiden an Unterernährung und -versorgung. Israel stoppt einen zivilen Konvoi, der nachweislich keine Waffen und ähnliches geladen hatte, und tötet dabei 9 türkische Staatsbürger. Israel will sich dafür weder entschuldigen noch die illegitime und inhumane Blockade Gazas aufheben. Die Türkei zieht dementsprechend einen Schlussstrich unter die Beziehungen zu diesem Staat.

Und die feinen Damen und Herren in den Redaktionsstuben Europas und Nordamerikas versuchen – eingedenk der oben beschriebenen Sachlage – wahlweise das Land oder den Ministerpräsidenten schlecht zu schreiben. Und da wundert man sich über anti-westliche Emotionen in der islamischen Welt?

Denn falsch verstandene Judeophilie, die in Bezug auf eine rechtsradikale, rassistische Regierung in Tel Aviv ohnehin irrsinnig ist, wird weder Israel noch sonst jemanden nützen. Die wahren Freunde Israels, also keine Glen Becks und Sabaditsch Wolffs, kritisieren und werden kritisieren, was in Israel falsch läuft, trotz propagandistischer Medienarbeit im europäischen und US-amerikanischen Raum.

Die Welt ist nun mal mehr als ein Sammelsurium von reichen, „weißen“ Ländern. Sie ist plural und diesen Umstand können die Mechanismen des Post Imperialismus (UNO for example) kaum noch kaschieren.

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